Angesichts eines kontinuierlichen Bevölkerungszuwachses aus dem In- und Ausland steht unsere Region vor der dringenden Aufgabe, adäquaten und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Die anhaltend niedrige Zahl an Bauanträgen verdeutlicht die wachsende Diskrepanz zwischen Nachfrage und tatsächlichem Angebot.
Um dieser Entwicklung wirksam zu begegnen, müssen wir die bestehenden Baustandards kritisch hinterfragen. Es gilt, Vorgaben auf das wirklich Notwendige zu konzentrieren – funktional, sicher und nachhaltig. Auf „nice to have“-Anforderungen, die Baukosten unnötig in die Höhe treiben und Projekte verzögern, sollte konsequent verzichtet werden.
Nur so können wir Bauvorhaben beschleunigen, Investitionen erleichtern und dafür sorgen, dass Wohnen in unserer Region auch künftig für breite Bevölkerungsschichten bezahlbar bleibt. Wohnraum darf kein Luxusgut sein – er ist ein Grundbedürfnis und verdient politische Priorität.
Das Gebäudeenergiegesetz und die Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden geben uns den Rahmen für eine umweltfreundliche und zukunftsorientierte Energiepolitik. Dabei priorisieren wir Netzstabilität, technologische Vielfalt und bezahlbare Energiepreise – denn Versorgungssicherheit steht für uns stets im Mittelpunkt.
Gerade die Stabilisierung unserer Energienetze ist eine der zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre. Sie ist Voraussetzung dafür, dass die Energiewende gelingt und alle Haushalte sowie Betriebe zuverlässig versorgt werden können. Dabei müssen wir uns auf das Wesentliche konzentrieren: Die Grundversorgung muss gesichert sein – mit realistischen Mindeststandards, nicht mit überzogenen Extremforderungen, die weder wirtschaftlich noch sozial tragfähig sind.
Eine nachhaltige Energiepolitik braucht Augenmaß, Innovationsfreude und den Mut, Prioritäten richtig zu setzen – für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen.
Die regionale Landwirtschaft bildet das Fundament unserer Nahrungsversorgung – und das ganz besonders hier in Erlangen-Höchstadt. In Zeiten globaler Krisen, gestörter Lieferketten und geopolitischer Unsicherheiten zeigt sich mehr denn je, wie wichtig eine verlässliche, regionale Grundversorgung ist. Kurze Wege, direkte Vermarktung und lokale Wertschöpfung stärken unsere Krisenresilienz und sorgen dafür, dass hochwertige Lebensmittel dort ankommen, wo sie gebraucht werden.
Unsere Grund- und Tiefengrundwasservorräte sind unerlässlich und erfordern einen besonders sorgfältigen und verantwortungsvollen Umgang. Sie bilden die Basis unserer Trinkwasserversorgung – ein elementares Gut, das für die Gesundheit und das tägliche Leben der Menschen unverzichtbar ist. Die Wasserzweckverbände übernehmen dabei eine zentrale Rolle und leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherung dieser lebenswichtigen Ressource.
Gerade angesichts zunehmender klimatischer Herausforderungen und wachsender Nachfrage muss die Diskussion um den Wasserbedarf – insbesondere in der Lebensmittelproduktion – offen, ehrlich und lösungsorientiert geführt werden. Politische Weichenstellungen müssen sich dabei konsequent am Kriterium der Grundversorgung orientieren: praxisnah, realistisch und mit klarem Fokus auf Versorgungssicherheit. Extremforderungen oder ideologisch überhöhte Zielsetzungen helfen nicht weiter – gefragt ist ein verantwortungsvoller Ausgleich zwischen Ökologie, Ökonomie und gesellschaftlicher Realität.
Ein flächendeckender Netzausbau und ein leistungsstarker Digitalfunk sind unverzichtbare Voraussetzungen für die umfassende Digitalisierung unserer Region. Ob in der Verwaltung, in der Wirtschaft, im Bildungswesen oder im Rettungsdienst – stabile und schnelle digitale Infrastrukturen sind heute genauso wichtig wie Straßen und Stromleitungen.
Die Beseitigung von Netzschwachstellen, insbesondere in ländlichen Gebieten, ist dabei ein zentrales Anliegen. Denn digitale Teilhabe darf nicht vom Wohnort abhängen. Gleichzeitig müssen wir die vielfältigen Potenziale der Digitalisierung aktiv erschließen – von intelligenten Mobilitätslösungen über moderne Telemedizin bis hin zu digitalen Verwaltungsprozessen, die Bürgerinnen und Bürger entlasten.
Eine zukunftsfähige Region braucht digitale Stärke. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass der Netzausbau konsequent vorangetrieben wird und Digitalfunk flächendeckend verfügbar ist – als Grundlage für Innovation, Sicherheit und Lebensqualität.
Eine gerechte Arbeitswelt bedeutet nicht nur faire Bedingungen am Arbeitsplatz – sie muss auch sicherstellen, dass Menschen von ihrer Arbeit leben können. Wer täglich Leistung bringt, verdient ein Einkommen, das den Alltag trägt: Miete, Familie, Vorsorge. Arbeit darf nicht zur finanziellen Gratwanderung werden. Deshalb braucht es eine Politik, die den Wert von Arbeit anerkennt und die Abgabenlast nicht weiter erhöht. Denn steigende Steuern und Sozialabgaben gefährden die Motivation und belasten gerade jene, die das Fundament unserer Gesellschaft bilden.
Arbeit und Leistungsgerechtigkeit sind zentrale Pfeiler unserer Grundversorgung. Ohne die Menschen, die in Pflege, Bildung, Handwerk, Landwirtschaft oder im Dienstleistungssektor tagtäglich Verantwortung übernehmen, funktioniert unser Gemeinwesen nicht. Ihre Arbeit sichert nicht nur individuelle Existenzen, sondern auch das soziale und wirtschaftliche Fundament unseres Landes. Deshalb muss Leistung wieder stärker gewürdigt und Arbeitspolitik konsequent an der Realität der Menschen ausgerichtet werden – gerecht, verlässlich und zukunftsfähig.
Büro Walter Nussel
Ludwig-Erhard-Straße 9a
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