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11.06.2018 | Büro WN/LH | Eckental

Warum sich ein Landtagsabgeordneter als "Praktikant" bei der Müllabfuhr versucht

Walter Nussel mit dem Müllfahrzeug in Eckental unterwegs.

Tatkräftig zugelangt hat Landtagsabgeordneter Walter Nussel, als er sich einen Vormittag lang als Müllfahrer betätigte.


Walter Nussel, MdL leert die Mülltonnen in Eckental.

Sinn und Zweck des Thementages war, sich über diesen nicht leichten Beruf zu informieren, das Gespräch mit den Arbeitern zu suchen    und natürlich auch mal mit Hand anzulegen. Denn er wollte sich ein umfangreiches Bild über die Dienstleister verschaffen.

 

Der Abgeordnete engagiert sich bekanntlich stark für dienstleistende Berufszweige, zu denen auch Pflegekräfte zählen. Denn Nussel glaubt, dass die Gesellschaft den Menschen, die in diesen Berufen arbeiten, zuwenig Wertschätzung entgegengebracht wird.

 

Der Tag begann für den Burgstaller Politiker um 9 Uhr in Eckental, wo er sich mit Rainer Hofmann und Uwe Mehrländer vom Entsorgungsunternehmen Hofmann traf. Die dortige Deponie, die ebenso wie Herzogenaurach und Medbach zum Müllzweckverband Erlangen-Stadt/ERH gehört, wird gerade ausgebaut, renviert und ist laut Nussel „am Fertigwerden“. Schließlich müssten derartige Einrichtungen mit der zunehmenden Einwohnerzahl von Städten und Kommunen „mitwachsen“. Dennoch seien die Abfallgebühren im Landkreis ERH gesunken.

 

Und dann ging es zur Sache, sprich: zur Entleerung der Abfalltonnen. Nussel war schon zuvor in die passende Kluft geschlüpft. Der Politiker erlebte hautnah mit, was die Fahrer leisten müssen. Hochpräzise, konzentriert und mit viel Fingerspitzengefühl muss diese Tätigkeit verrichtet werden. Der Fahrer sitzt zudem wie in England auf der rechten Seite des Fahrzeugs. Entsprechend müssen die Leute ausgebildet werden und über mehrere Führerscheine verfügen.

 

Hinzu kommt der Stress, wenn ungeduldige Autofahrer auf die Hupe drücken, weil die Straße kurzfristig aufgrund der Abfuhr „verstopft“ ist. Ebenso unerfreulich sei es, wenn die Mülltonnen nicht richtig aufgereiht am Gehsteig- oder Straßenrand stehen, was die Arbeit zusätzlich erschwert. Kein Wunder, dass hier Personalmangel herrscht. Deshalb appelliert Nussel an die Bürgerinnen und Bürger, den Müllmännern die Arbeit zu erleichtern, ihnen das Leben leichter zu machen. „Das beginnt schon mit dem richtigen Aufstellen der Tonnen.“

 

Ähnliches erlebte Nussel in Herzogenaurach und Medbach. In der größten Landkreisstadt muss die Deponie ebenfalls auf den neuesten Stand gebracht werden. Bei mehr Arbeitsplätzen als Einwohnern in Herzogenaurach und Umgebung dürften größere Investitionen hier anstehen, um auch beim Thema zeitgemäße Entsorgung bestens gerüstet zu sein. meint er.