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26.02.2018 | Büro WN/LH

Nussel: "Mehr Anerkennung für handwerkliche und soziale Berufe!"

Landtagsabgeordneter Walter Nussel informiert sich im Rahmen der bayernweiten Woche der Aus- und Weiterbildung im Stimmkreis.

HÖCHSTADT/ECKENTAL - Handwerks- und Sozialberufe sind dem CSU-Landtagsabgeordneten Walter Nussel ein Herzensanliegen. Im Rahmen der Woche der Aus- und Weiterbildung des bayerischen Wirtschafts- und Sozialministeriums pickte sich deshalb der Burgstaller Politiker, der gleichzeitig oberster Entbürokratisierer im Freistaat ist, zwei Einrichtungen heraus, die seiner Meinung nach einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft verdient haben als es bislang der Fall ist.



Walter Nussel, MdL im Gespräch mit dem Schulleiter Johannes Zenk und den Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik in Höchstadt a.d. Aisch.

In aller Herrgottsfrüh stand der Politiker bei Weidinger Haustechnik in Eckental auf der Matte, wo er sich mit Geschäftsführer Thomas Krauß, einem Herzogenauracher, sowie mit vier seiner Auszubildenden unterhielt und sich informieren ließ. Der Chef, der im Vorstand der Handwerks- und Innungskammer sitzt und gleichzeitig auch Kreishandwerksmeister ist, lobte das Engagement seiner jungen Schützlinge, unter denen sich mit Mohammad Shorbaji auch ein Syrer befindet, der von Luca Koslowsky, Michael Kuncz und Oliver Wolf, die ebenfalls den Beruf des Anlagenmechanikers erlernen, kollegial und freundschaftlich unterstützt wird.

Mit der Ausbildung im Betrieb sind sie sehr zufrieden, wogegen die Berufsschule nicht so gut wegkam. Sie berichteten über veraltete Maschinen und teilweise überforderte Lehrer, die technisch gesehen manchmal nicht auf dem aktuellen Stand der Technik sind, wie sie in den Betrieben eingesetzt wird. Nussel erfuhr auch, dass die doch anstrengende Arbeit in Handwerksbetrieben - auch wegen des Konkurrenzdruckes - nicht so gut bezahlt werde wie in der Industrie, wohin immer mehr abwanderten. Gleichzeit müssten sich auch die   Handwerksbetriebe mit immer mehr Bürokratie herumschlagen und litten unter der mangelnden Nachfrage nach Ausbildungsplätzen. Bei Weidinger hat sich, so Krauß, seit 20 Jahren heuer erstmals niemand vorgestellt, der sich ausbilden lassen möchte.

Ein nachdenklicher Walter Nussel setzte seine Fahrt dann in Richtung Höchstadt fort, wo in der Fachakademie für Sozialpädagogik (Klasse 1/2) angehende ErzieherInnen zusammen mit Schulleiter Johannes Zenk auf Nussel warteten. Der Wert der Sozialberufe in der Gesellschaft müsse wieder erhöht werden, sagte der Politiker eingangs, und da holte ihn seine Aufgabe als Entbürokratisierer schon wieder ein. Denn auch hier müsse man sich in der Praxis mit bürokratischen Hürden herumplagen, „und mit dem Anspruchsdenken der Eltern“, wie eine Studierende unverblümt in den Raum stellte. Es könne nicht angehen, dass man die Kinder in Schaumstoff verpacke, sondern sie müssten ihre Erfahrungen machen, um später im Leben bestehen zu können.

Der Leistungsdruck von klein auf sorge dafür, dass ErzieherInnen nicht nur für die Kinder da zu sein hätten, sondern gleichzeitg auch Psychologen für Eltern und Omas spielen müssten, so eine andere Studentin. Zuwenig Bezahlung, eingeschränktes Meister-Bafög sowie der Leistungsdruck waren weitere Kritikpunkte. Gelobt wurden dagegen die fünfjährige, sehr vielfältige Ausbildung mit ein bis zwei Jahren Praxiserfahrung, die Kooperationswochen und dass man vier Arbeitsbeereiche aus eigener Erfahrung kennenlernen könne und müsse. „Ich nehme viel mit“, sagte Nussel abschließend. Er will Kritik, Wünsche und Anregungen in München vortragen und dort für Abhilfe sorgen, wo es erforderlich ist.

Mehr Informationen zur bayernweiten Woche der Aus- und Weiterbildung finden Sie hier:
www.woche-der-ausbildung.bayern/